2008 – Gentechnik in Lebensmitteln

Von Gerhard Schneider-Rose, Bebra-Breitenbach

Gensaat – oder die Geschichte eines unbeugsamen Dörfchens im Schwalm-Eder-Kreis

Alles fing an wie manche Geschichten anfangen – still, fast heimlich, dann mit Wucht und großer Wirkung.
Januar 2007: die Firma Monsanto hatte ohne viel Öffentlichkeitsgetue entschieden, ein kleines Dorf in Nordhessen zum offiziellen Versuchskaninchen in Deutschland zu erklären. Korrekt, mit Antrag bei entsprechenden Behörden, doch ohne wirkliche Information der Bevölkerung vor Ort, sollten drei nagelneue Sorten genmanipulierter Mais auf einem Acker unweit von Wabern-Niedermöllrich erprobt werden. Die Besonderheit dieser neuen Sorten besteht darin, dass sie Gift gegen ihre Schädlinge (Maiszünsler, ein schmetterlingsartiger Schädling) selbst produzieren.
Das Kuriosum: es gab und gibt diesen Maiszünsler in Nordhessen gar nicht, also was wollte dieser Freilandversuch nun wirklich, warum hier, und warum dieses schnelle fast heimliche Vorgehen der Firma, die auch sonst für viele unrühmliche Schlagzeilen bekannt war und ist?
Kaum einer auf Seiten der Behörden und der Firma hatte damit gerechnet, in ein Wespennest gestochen zu haben. Innerhalb von kurzer Zeit hatte sich das „Aktionsbündnis gegen Genmais im Schwalm-Eder-Kreis“ gegründet. Menschen aus Politik (u. a. der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises F.M. Neupärtl), Landwirtschaft (Agr. Ing. Dietmar Groß als Sprecher des Bündnisses) die Bürgerinitiative gegen Genmais (BürgerInnen aus den betroffenen Dörfern und Interessierte) u. v.a. mehr formierten sich und gaben ihrem Unverständnis und Unwillen laut und beständig Ausdruck.
Keiner von ihnen wollte den Genmais hier haben und mit ihnen 80% der Bevölkerung. Informationsveranstaltungen
mit namhaften Leuten aus Politik und Wissenschaft (Renate Künast Die Grünen, Hermann Scheer SPD, Hubert Weiger BUND u. a.) und viele große und kleine Demonstrationen machten die Gruppe bundesweit bekannt.
Das Ergebnis: die Firma Monsanto zog ihr Vorhaben für die Jahre 2007 und 2008 zurück. Ob sie in den Jahren 2009 – 2011 je Gebrauch machen werden von ihrem staatlich verbrieften Recht auf Forschung lässt die Firma bis heute offen.
- Hier könnte die Geschichte zu Ende sein…. doch…. NEIN!

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