2011 – Unsere tägliche Brot-Verschwendung…

Am Aktionsstand von Slow Food Nordhessen geht es ums Brot. Genauer um die Unterschiede in Haltbarkeit, Geschmack und Zutaten zwischen industriell hergestelltem und Natursauerteigbrot.

Brot ist unser Basis-Lebensmittel. Genug Brot haben heißt satt werden. Für die älteren von uns war das Wegwerfen von Brot eine schwere Sünde. Heute werden in Deutschland täglich unvorstellbare Mengen an Brot weggeworfen: Bis zum Abend müssen die Regale in Bäckereien und Supermärkten voll mit frischer Ware sein. Was nach Ladenschluss übrig bleibt, wird zu großen Teilen vernichtet. In den Privathaushalten landet ebenfalls jede Menge vertrocknetes oder verschimmeltes Brot im Abfall.

Für die meisten von uns gehören die Zeiten, in denen alle zwei Wochen Roggenbrot gebacken wurde, von dem dann bis zum nächsten Backtag gegessen wurde, der Vergangenheit an. Vergessen sind auch viele der klassischen Rezepte zur Verwertung von alt gewordenem Brot und Brötchen: wer macht noch Brotsuppe, arme Ritter, Semmelknödel selbst?

Das Wegwerfen von Brot gehört zur Kehrseite unserer modernen Haushaltsführung: wenig Zeit aufwenden, immer eine Vielfalt zur Verfügung haben, immer muss alles frisch sein. Die industrialisierte Lebensmittelproduktion liefert uns all dies zu günstigen Preisen. Beim Brot ist dies nur möglich durch den Einsatz von Backmischungen, die maschinentauglich sind und den Arbeitsaufwand und die Verarbeitungszeit in der Backstube deutlich reduzieren. Ein reines Roggenbrot mit Natursauerteig lässt sich so nicht herstellen. Allein dieses traditionelle Roggenbrot ist aber lange lagerfähig und genießbar, andere Backwaren vertrocknen oder verderben wesentlich schneller.

Auf diese Zusammenhänge soll bei Nordhessen geschmackvoll! 2011 hingewiesen werden. Es gibt eine Vergleichsverkostung unterschiedlich alter Brote und Probierhäppchen von Gerichten, die aus Brotresten hergestellt sind – zum Beispiel Schwälmer Brotsuppe.

 

Aigner und Petrini: “Umsteuern angesichts Lebensmittelverschwendung notwendig”

Aktion Teller statt Tonne